Bochum 1976. Als klar wird, dass das Heusnerviertel abgerissen werden soll, werden den Bewohner*innen des Heusnerviertels Wohnungen in der Stadt angeboten. Doch zurück bleiben die, die sich eine Wohnung außerhalb des Viertels nicht leisten können. Es bleiben die, die sich nicht aus ihrem Zuhause verscheuchen lassen wollen. Familien mit Kindern, alte Leute.
Als 1981 die leerstehenden Wohnungen an Student*innen vermietet werden, siedelt sich im Heusnerviertel eine ganz neue Gruppe von Menschen an: Studierende, Arbeitslose, Künstler*innen und Punks.
„Die Strukturen im Viertel entstanden nicht aus theoretischen Überlegungen zum Thema „alternative Lebensformen“, sondern sie sind das Produkt eines wachsenden ökonomischen Drucks und staatlicher Repression. So waren die Besetzungen für viele Leute die einzige Möglichkeit, Wohnraum zu bekommen.“ (Bürgerinitiative Heusnerviertel, 1986)
Es kommt Leben in das triste Viertel. Man hört auf den Straßen wieder Menschen reden und lachen. Man hört Musik. Und was keiner gedacht hätte: Ihr Protest schweißt das Heusnerviertel zusammen.

Von Anja Bickele

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