Heusner: Wir warten nicht auf bessere Zeiten

Aufgebrochene Türen. Zertrümmerte Schaufensterscheiben. 2 PKW quer auf der Fahrbahn geparkt. Bullen raus. Im Übrigen bitte ich um eine Verschiebung des Termins, da starke Kräfte meiner Einsatzhundertschaft bei der Cranger Kirmes gebunden sind. Stadt. Gegen die Stadt. Wünsche, Träume, Phantasien. Verdacht der wilden Plakatierung. Eine unbekannte Anzahl von illegalen Besetzern. Vier Bagger. 300 Beamte. 36 Festgenommene. Acht Umzugswagen donnerten durch die gespenstische Szenerie. Wir sind noch lange nicht am Ende. Wir warten nicht auf bessere Zeiten. Nachmittags waren zwar alle wieder frei, aber viele von ihnen obdachlos.

In den 80er Jahren ließ die Stadt Bochum das Heusnerviertel um das heutige Kulturzentrum Thealozzi für die Errichtung der Westtangente des Bochumer Rings abreißen. Das Viertel, in dem noch Renterinnen, Erwerbslose und Student:innen wohnten, wehrte sich – doch vergeblich. Weil zu einer Zukunft der Kunst auch immer die Utopie gehört, blickt WORTWORTWORT 2020 zurück in ein großes kreatives Experiment der kollektiven Bochumer Stadtgeschichte. Miteinander, das heißt mit den Erinnerungen der damaligen Beteiligten und mit ihren Stimmen entstand diese Produktion des Bochumer kainkollektivs.

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